Yurii Karpov

Yurii Karpov

„Jeden Tag beginnen wir als Mütter unseren Morgen nicht mit einer Tasse Kaffee, aber mit einem Gebet für unsere Kinder, für das Land, für den Frieden“, sagt Liudmyla Karpova. Ihr Sohn Yurii Karpov, ein Mitglied der 93. mechanisierten Brigade, wird seit sechs Jahren vermisst.

„Am 26. August 2014 rief er zum letzten Mal an. Er sagte, dass sie umzingelt waren. Dass nur wenige überlebt hatten. Und dann wurde die Verbindung unterbrochen“ erinnert sich Liudmyla Karpova. „Ab dem ersten September suchte ich meinen Sohn. Sein Mobiltelefon war aus, ich bin selbst dorthin gegangen. Noch wusste niemand etwas sicheres. Ich begann, Anfragen an die SSU zu schicken, an das Verteidigungsministerium, an das Innenministerium und an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Im September rief ich alle Krankenhäuser in Donezk und Makiivka an. Jedoch auch dort war Yurii nicht“.

Liudmyla sagt, dass es allen Grund gibt zu glauben, dass er in Gefangenschaft ist. „Ich fand Zeugen, die Yurii in Gefangenschaft sahen. Es gibt ein Video, in dem nach Ilovaisk, wo unsere Gefangenen bösartig verspottet werden, auch Yurii ist dabei“, sagte sie.

Sie sagt, dass die vermissten Personen oft in die Listen der Verstorbenen aufgenommen werden oder ihre Fotos an den Gedenkwänden angebracht werden. Einmal sah Liudmyla ein Porträt von Yurii im Buch der Erinnerung und bat direkt um die Entfernung.

Als Yurii verschwand, erhielt sein Vater - auch Yurii genannt - eine Mitteilung. Beim Familientreffen wurde entschieden, dass dies eine Gelegenheit war, zumindest etwas über das Schicksal ihres Sohnes zu erfahren. Der ältere Yurii ging in den Krieg. Er kämpfte ein Jahr lang und wurde verwundet, aber er konnte seinen Sohn nicht finden.

Kürzlich haben die Angehörigen der vermissten Soldaten die Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada, Liudmyla Denysova, gebeten, die Namen ihrer Söhne in die Austauschlisten aufzunehmen.

„Diese Petition muss unterschrieben werden, denn das Leben der Ukrainer, der Soldaten, die uns verteidigten und gefangen genommen wurden, steht auf dem Spiel. Unsere Forderungen sind nicht unmöglich oder unvernünftig, wir wollen nur, dass alle Kinder, Ehemänner und Brüder nach Hause zurückkehren“, sagt Liudmyla Karpova.